OWLj. Wer mit der Fotografie wächst, merkt schnell, dass die typischen eckigen Aufsteckblitze oft an ihre Grenzen stoßen. Das Licht wirkt schnell hart und künstlich. Der Jinbei HD-2 Plus geht hier einen anderen Weg: Er kombiniert die kompakte Bauform eines Aufsteckblitzes mit dem runden Kopf und der Leistung eines kleinen Studioblitzes.Wir haben den 100-Wattsekunden-Blitz ausführlich ausprobiert. Unser Fokus lag dabei auf dem Nutzen für ambitionierte Hobbyfotografen und Semiprofis, die ihr Licht endlich bewusster gestalten wollen. Als Härtetest haben wir ihn zudem bei verschiedenen Presseveranstaltungen und Reportagen mitlaufen lassen.
Technische Daten und was sie in der Praxis bedeuten
- 100 Wattsekunden Leistung: Das sind rund 25 % mehr Power als bei herkömmlichen Systemblitzen. In der Praxis bedeutet das genug Kraft, um auch im Sommer im Freien Schatten im Gesicht wegzublitzen.
- Kurze Ladezeiten (0,01 bis 1,6 Sekunden): Wenn man den Blitz nicht permanent auf voller Leistung betreibt, ist er quasi sofort wieder einsatzbereit. Man verpasst beim Fotografieren keine flüchtigen Momente oder Gesichtsausdrücke mehr.
- Scharfe Action durch Freeze-Modus: Der Blitz schafft extrem kurze Abbrennzeiten von bis zu 1/55.600 Sekunde. Wer Sportler, tanzende Menschen auf Hochzeiten oder spritzendes Wasser fotografiert, bekommt damit messerscharfe Bilder ohne Bewegungsunschärfe.
- Ausdauernder Akku: Der 3.200-mAh-Lithium-Polymer-Akku hält bei voller Leistung knapp 480 Blitze durch. Nutzt man die automatische TTL-Belichtung bei normalem Raumlicht, sind meist weit über 1.500 Auslösungen mit einer Ladung drin.
Lichtqualität und Handhabung
Der runde Blitzkopf sorgt für einen spürbaren Unterschied bei Porträts: Das Licht fällt zu den Rändern hin sehr weich und gleichmäßig ab. Das sieht deutlich natürlicher aus als der harte Lichtkegel eckiger Blitze.
Die Belichtungsautomatik (TTL) arbeitet zuverlässig und konstant. Auch die Kurzzeitsynchronisation (HSS bis zu 1/8000s) funktioniert problemlos. Das ist wichtig, wenn man im hellen Tageslicht mit offener Blende (wie f/1.4 oder f/1.8) fotografieren möchte, um den Hintergrund unscharf zu halten.
Das integrierte 3-Watt-LED-Einstelllicht ist ein praktischer Helfer: Es zeigt schon vor dem Auslösen, wo die Schatten fallen, und hilft dem Autofokus der Kamera in dunklen Räumen, sofort scharfzustellen.
Bedienung und mechanische Verarbeitung
Die Bedienung läuft über ein 2,8 Zoll großes Touch-Display. Das Menü ist übersichtlich aufgebaut und lässt sich intuitiv per Fingertipp bedienen. Die Leistung wird einfach in Zehntel-Schritten eingestellt. Kleiner Minuspunkt: Wer im tiefsten Winter mit dicken Handschuhen fotografiert, muss diese für die Bedienung des Displays ausziehen.
Gegenüber den älteren Modellen (wie dem HD-2 Pro) hat Jinbei mechanisch nachgebessert. Der Blitzfuß wurde verstärkt und wackelt nicht mehr, sondern sitzt fest und sicher im Kameraschuh.
Der universelle Kombi-Blitzfuß versteht sich blind mit modernen Kameras wie der Panasonic LUMIX GH7. TTL und HSS werden sofort fehlerfrei übertragen.
- Wichtiger Kamera-Tipp: Die Kamera muss auf den mechanischen Verschluss eingestellt sein. Im rein elektronischen (lautlosen) Modus blockieren die meisten Kameras die Blitzauslösung über den Blitzschuh.
Sinnvolles Zubehör für den Einstieg
Das System lässt sich flexibel erweitern, je nachdem, wohin man sich entwickeln möchte:
- Magnetisches Lichtformer-Set: Der Diffusor-Ball für weiches Licht im Raum und die Wabe für gezielte Lichtlenkung halten per Magnet direkt auf dem Blitzkopf. Das Wechseln dauert nur eine Sekunde.
- Jinbei ET-2 Bowens-Adapter: Damit kann man den HD-2 Plus auf ein Stativ stecken und große Studio-Softboxen mit dem weit verbreiteten Bowens-S-Bajonett nutzen. So wird aus dem Aufsteckblitz eine vollwertige Studioleuchte.
- Zweitakku mit USB-C: Sehr praktisch gelöst ist, dass der Akku direkt über eine eingebaute USB-C-Buchse geladen werden kann – also auch unterwegs im Auto oder an einer Powerbank. Für längere Shootings am Wochenende gehört ein Ersatzakku aber trotzdem ins Gepäck.
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Funkauslöser Jinbei TR-Q7 II: Wer den Blitz nicht nur auf der Kamera nutzen, sondern ihn für plastischere Porträts entfesselt (also abseits der Kamera auf einem Stativ) aufstellen möchte, braucht diesen Sender. Er wird einfach auf den Kamerablitzschuh gesteckt. Das Schöne daran: Er funkt alle TTL- und HSS-Daten fehlerfrei an den HD-2 Plus weiter. Die Bedienung ist extrem unkompliziert, und man kann die Blitzleistung sogar bequem aus der Ferne über das Senderdisplay oder eine Smartphone-App anpassen.
Fazit
Der Jinbei HD-2 Plus bietet ein starkes Gesamtpaket zu einem fairen Preis. Er liefert die Performance und Lichtcharakteristik eines Studioblitzes, bleibt dabei aber so handlich wie ein normaler Systemblitz.
Für ambitionierte Hobbyfotografen und Semiprofis ist das Gerät eine klare Empfehlung, um kreativ mit Licht zu arbeiten und die eigenen Porträts oder Action-Aufnahmen auf das nächste Level zu bringen. Man verliert schnell die Scheu vor dem Blitzen. Dass der Blitz diese Zuverlässigkeit und Robustheit auch bei uns im harten, schnellen Presse- und Eventalltag bewiesen hat, zeigt einfach, dass man sich auf dieses Werkzeug verlassen kann. Ausprobieren lohnt sich definitiv.